Aus alten Protokollen

Hier finden Sie Auszüge aus alten Protokollen der Freiwilligen Feuerwehr Weihern

Leider sind aus der Gründerzeit unserer Wehr nur noch wenige Schriftstücke überliefert. Neben der an anderer Stelle dieser Schrift abgedruckten ersten Mitgliederliste gestattet uns ein Beschlussbuch aus dem Jahre 1928 einige Eindrücke von den Aktivitäten aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen:

 

1928
In der Generalversammlung am 29. Jan. 1928 im Gasthaus von Joh. Bapt. Bartmann wird der bisherige Vorstand Andreas Nörl mit 21 von 33 Stimmen in seinem Amt bestätigt. 

Dagegen stellt sich der Kommandant Josef Ertl nicht wieder zur Wahl.

Zu seinem Nachfolger wird Josef Bartmann bestellt.

Ferner wird beschlossen, pro Monat 10 Pfennig Vereinsbeitrag zu erheben.

Dem Antrag des Vorstandes auf Errichtung einer Sterbekasse innerhalb des Vereins wurde zugestimmt. Eine einmalige Zahlung von 2 Mark pro Jahr soll den finanziellen Rückhalt schaffen.

 

Bild folgt

„Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ von Johann-Baptist Bartmann - später Gastwirtschaft Oppitz. Das Haus stand am Platz der heutigen Firma Josef Bauer (Transporte)  und wurde 1925 abgebrochen.

 

Protokoll vom 30. Sept. des selben Jahres:

„Die Freiw. Feuerwehr Weihern beschließt hiermit, seinen zurückgetretenen Kommandanten Josef Ertl in Anerkennung seiner vorbildlichen, zwanzigjährigen Dienstleistung als Kommandant zum Ehrenkommandanten zu ernen-nen“.

 

1929
Die Anschaffung eines Signalhorns wurde beschlossen, wenn die Gemeinde den größten Teil der Kosten übernimmt.

1930
Zur Versammlung am 26. Jan. im Gasthaus Seegerer waren 35 Mitglieder erschienen.

Die Wahl eines Festausschusses für das Gründungsfest wurde durch Zuruf ermöglicht: Es wurden Bartmann Josef als Vorsitzender, Ertl Josef, Brunner Johann, Schieder Franz, Bartmann Baptist, Nörl Georg, Rauch Josef, Seibert Johann, Zimmermann Georg, Zimmermann Joh., Reis Josef, Kraus Georg, Kurzwarth Michl und Kraus Karl genannt.

Die Bestimmung über die Zeit der Abhaltung  des 50jährigen Gründungsfestes wurde dem Ausschuss überlassen (Anm.: Es ist nicht bekannt, ob dieses „Stiftungsfest“ je abgehalten wurde).

Bei der Generalversammlung am 9. Nov. 1930 kam es zu einem Führungswechsel bei der Wehr. Josef Bartmann trat aus gesundheitlichen Gründen als Kommandant zurück. Sein Amt übernahm der bisherige 1. Vorstand Andreas Nörl. Neu als Vorstand gewählt wurde Franz Schieder.

Um die bestehende Schuld, welche bei der Fahnenweihe blieb zu tilgen, soll eine Sammlung stattfinden (Anm.: Am 6. Juli 1930 wurde die erste Vereinsfahne geweiht).

1932
Die Versammlung am 19. März 1932 im Gasthaus Bartmann war gut besucht. 37 Mitglieder konnte der Versammlungsleiter begrüßen.

Unter Punkt 5 der Tagesordnung (Wünsche und Anträge) regte der Kommandant an, infolge der wirtschaftlichen Not die Kranzspenden bei Beerdigungen zu unterlassen. Dies wurde aber auf allgemeinen Wunsch wie bisher belassen.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung war am 4.12.1932 erforderlich. Nach nur zwei Jahren musste wieder ein neuer Vorstand gewählt werden. Mit 17 von 32 abgegebenen Stimmen erhielt Johann Brunner die  Mehrheit.

1933
Dem Tätigkeitsbericht der Generalversammlung vom 8. Okt. ist zu entnehmen: Die Feuerwehr hielt vier Übungen ab; ferner hat sie sich am „Tag der Nationalen Arbeit“ und an der Fronleichnamsprozession beteiligt.

Spätestens ab hier kann man die Zeichen der neuen Zeit, oder besser die Schatten der kommenden Katastrophe erkennen. So schreibt der Protokollist unter Punkt III: „Laut Mitteilung des Staatsministeriums des Inneren sind SA- und SS-Männer  vom Feuerwehrübungsdienst nicht befreit. Im Übrigen sollen SA,  SS und Feuerwehr in strammer Disziplin zusammenarbeiten.

 

1934
Das Protokoll berichtet aus der Versammlung vom 4. Febr. 1934 von der Wiederwahl des „Vereinsführers“ (Anm.: Siehe Begriffswahl) Johann Brunner.Zum ersten Mal schloss die Versammlung mit einem „Sieg Heil“ auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

1935
Der Kommandant beziffert den Mitgliederstand der Wehr in der Versammlung am 3. Febr. 1935 mit 54 Mann. Er berichtete von ausgeschiedenen Kameraden, die zum aktiven Wehrdienst eingerückt sind, und erwähnte eine „Propagandaübung für Feuerschutz“, die am 16. Sept. 1934 stattgefunden hat. Musste nicht Punkt III der Tagesordnung aufhorchen lassen? Hier steht: „Ganz besonders wurde auf die große Bedeutung des Luftschutzgedankens hingewiesen. Die Durchführung derselben obliegt in der Hauptsache der Feuerwehr“.

 

1936
Ohne besondere Hinweise auf eine Neuwahl unterzeichnete Herr Johann Zimmermann  als neuer Kommandant der Wehr das Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 8. März 1936. Der bisherige Kommandant Andreas Nörl ist zum Bezirksbrandinspektor aufgerückt.

 

1937
Wieder wird von Mitgliedern berichtet, die wegen des Wehrdienstes aus der Feuerwehr ausscheiden. Der Kommandant sprach den Kameraden seine Anerkennung für ihre WHW-Spende aus (Anm.: WHW=Winterhilfswerk). Bezirksbrandinspektor Nörl referierte über aktuelle Tagesfragen der Feuerwehr.

Es begannen auch für die FFW Weihern schwere Jahre. In der Zeit unmittelbar vor Kriegsausbruch und in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit kam das Vereinsleben fasst gänzlich zum Erliegen. Die Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens ließen anderes in den Hintergrund treten.

Für viele Jahre fand sich kein Vorstand. Erst mit der Generalversammlung vom 21.10.1945 konnte die Wehr ihre Reihen neu ordnen. Eine neue, für viele auch bessere Zeit brach an.

Quelle: Josef Rauch / Festschrift zum 125järhrigen Gründungsjubiläum